FEIF Youth Cup 2008

 

Tanja Poensgen berichtet über ihre Teilnahme am Jugendtreffen in der Schweiz

 

Ein Highlight in ihrer bisherigen Reiterkarriere: Tanja Poensgen auf dem FYC 2008 (Alle Fotos: copyright by Birgit Poensgen)

 

Es wird sprichwörtlich ein einmaliges Erlebnis für Tanja mit ihrer Stute Blesa vom Mühlenberg bleiben, denn bei der nächsten Veranstaltung in zwei Jahren hat sie die zulässige Altersgrenze bereits überschritten. Neben der Einmaligkeit war es aber auch besonders schön und eindrucksvoll, wie sie uns im nachfolgenden Bericht schildert:

 

Feif Youth Cup 2008

– es war ein tolles Erlebnis -

Für mich ging es bereits am Freitag, 11. Juli 2008 früh morgens in der Eifel los und es sollte ein langer Tag werden. Gemeinsam mit Ingo Müller habe ich eine „kleine Tour" durch den Süden Deutschlands und die Schweiz unternommen und landete in strömendem Regen gegen 21 Uhr auf dem Reiterhof Neckertal. Schnell war Blesa in der vorbereiteten Box untergebracht und ich durfte erstmals den „Bunker" besichtigen, denn wer gedacht hatte, dass wir in einer Pension oder einem Hotel untergebracht waren, wurde eines besseren belehrt. Unsere Unterkunft für die nächsten 10 Tage war ein Luftschutzbunker, etwa 5 Gehminuten vom Turniergelände entfernt. Dort waren auch schon die ersten der Teilnehmer des Deutschen Teams und auch der übrigen Länder.

Am Samstagmorgen wurden dann zunächst die Pferde versorgt, dann ging es zum ersten Frühstück im Festzelt mit unseren Countryleadern. Und es regnete immer noch.

Am Nachmittag war dann der sog. Vetcheck angesetzt, die Pferde mussten eine tierärztliche Untersuchung über sich ergehen lassen und dann konnte es losgehen. Da zum Abendessen alle Teilnehmer eingetroffen waren, wurden die verschiedenen Teams ausgelost und die Teilnehmer bekannt gegeben. Die Teams bestanden immer aus Mitgliedern verschiedenen Nationen und einem Teamleader. In meinem Team war Nathalie aus der Schweiz, Frida aus Schweden, Julia aus Slowenien, Kathi aus Österreich, Fiona aus den USA und der Teamleaderin Jasmine. Wir verstanden uns direkt super und meisterten auch die uns gestellten Aufgaben gemeinsam mit viel Spaß und Freude. Der überwiegende Teil der Trainingstage von Samstag bis Mittwoch verbrachten wir in den jeweiligen internationalen Teams, nur während und nach dem Abendessen waren wir Deutschen unter uns.

Nach dem Abendessen haben wir gemeinsam unsere Pferde versorgt und uns in eine der zwei, für unsere Sattelsachen reservierten Boxen, niedergelassen. Jetzt wurde es Zeit, Svenja Braun über die Geschehnisse des Tages zu informieren, damit auch die Daheimgebliebenen etwas von unserer Stimmung mitbekommen konnten. Da es recht lustig zuging, musste Svenja öfters noch einmal nachfragen, weil sie vor lauter Gelächter und Gekicher nicht immer alles verstehen konnte. Ab 23 Uhr und später sogar ab 22 Uhr mussten wir im „Bunker" sein, denn es war Nachtruhe angesagt. Für uns war dies jedoch meist noch zu früh und wir wollten daher zumindest noch weiter reden und tuschen; aber die Teilnehmer der anderen Länder, insbesondere der Niederländer, waren so müde, dass wir immer wieder aufgefordert wurden: „Please be quiet now!" Und so war dann auch für uns die Nachtruhe angesagt. Na ja, wir hatten zusammen immer sehr viel Spaß und waren immer sehr gut gelaunt.

Das Training war abwechslungsreich, es Begann mit dem Trail-Training, dann kam das Dressurtraining und zum Schluss des Tages übten wir das Fahnenrennen. Meinem Pferd Blesa gefiel natürlich alles außer Dressur, denn das mag sie nie. Am Montag hatten wir dann Gangtraining bei Johannes Hoyos, der mir einige hilfreiche und wichtige Tipps geben konnte. Das nachmittägliche Tölttraining mit Helgi Leifur Sigmarsson gefiel mir sehr, denn er arbeitete mit uns so, wie ich auch zu Hause trainiere. Den Trainingsplan für Dienstag durften wir selbst mitbestimmen und ich wählte noch einmal Tölttraining und auch Springtraining für die Geländeprüfung. Und es hörte endlich auf zu regnen, so dass sich unsere Laune noch weiter verbesserte.

Mittwoch war dann unser reitfreier Tag. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt und fuhren alle in einen Hochseilgarten. Meine Gruppe fuhr zuerst mit einer Gondel auf einen Berg, dort wanderten wir ein bisschen und machten Mittagsrast im Bergrestaurant.

In der Zwischenzeit kletterte die andere Gruppe im Hochseilgarten und fuhren mit der Rodelbahn. Nach dem Mittagessen fuhren wir mit der Gondel wieder ins Tal und absolvierten dann das Vormittagsprogramm der anderen Gruppe. Ich rodelte zuerst einmal mit Larissa, Annika und Leonie. Auch unsere Countryleaderin Birgit war mit dem Rodel unterwegs und wir überlegten, diese von vorne zustoppen und von hinten zu schieben. Doch weil Birgit so langsam fuhr, gelang es Leonie und mir nicht, sie auszubremsen, jedoch wurde sie sehr schnell von Annika und Larissa eingeholt. Auch dieser lustige Ausflugstag ging mit einer Handykonferenz mit Svenja zu Ende.

Am Donnerstagmorgen bereiteten wir uns für das am Nachmittag startende Turnier vor. Wir putzten unsere Sachen und mussten auch noch einmal mit den Pferden zum Vetcheck; aber auch jetzt war alles in Ordnung und wir durften starten. Ebenso mussten wir am Donnerstagmorgen mit unserem internationalen Team ein Pferd für unseren Teamtest basteln, denn dieses „Pferd" sollte später einen Fünfgang laufen. Ich sollte mit unserem „Pferd" und Julia den Schritt präsentieren. Es war auch sehr lustig zu sehen, wie die anderen Teams versuchten, es bestens zumachen. Leider riss unser Pferd bei der späteren Prüfung dann im Pass auseinander.

Das Turnier begann für Blesa und mich mit der T 5 und es funktionierte leider nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Denn es regnete schon wieder und meinem Pferd war es einfach zu kalt und zu nass. Das spätere Fahnenrennen war jedoch ein Erfolg, ich war relativ schnell im ersten Durchlauf und traf alle Fahnen, leider war jedoch doch ein Niederländer schneller als ich.

Im zweiten Durchgang versuchte ich noch schneller zu reiten, ich bekam beide Fahnen, doch leider blieben sie nicht mehr im Sandeimer stecken. Und so wurde ich am Ende dann zweite.

Freitagmorgen ging es dann mit den Gangprüfungen weiter und nach der Vorentscheidung war ich mit 6,00 Punkten auf Platz 1. Am Nachmittag musste ich dann noch zur Geländeprüfung, dort wurden Blesa und ich 9.

Die Finals fanden alle am Samstag statt. Leider konnte ich meinen 1. Platz im Viergang nicht halten und wurde wieder mit 6,00 Punkten sechste, trotzdem war ich mit Blesa sehr zufrieden.

Am Abend haben wir Deutschen dann noch ein bisschen gefeiert, bevor es am Sonntagmorgen an das Packen unsere Sachen ging. Nach dem Frühstück war dann Abschied angesagt. Es wurden viele Adressen ausgetauscht und einige wollen sich im nächsten Jahr auf dem Gelände während der WM wieder sehen. Wir Deutschen brauchten uns nur für relativ kurze Zeit zu verabschieden, denn schon 1 Woche später sehen wir uns auf der DJIM wieder.

Gesund und glücklich, aber auch etwas müde, waren wir dann nach nur 7 Stunden Fahrt am Sonntagnachmittag wieder zu Hause.

Mir hat der FYC sehr viel Spaß gemacht und ich hatte immer etwas zu lachen. Jeder Jugendliche, dem die Möglichkeit der Teilnahme geboten wird, sollte diese Veranstaltung nicht verpassen. Man lernt viele neue Freunde auch aus anderen Nationen kennen und man erhält gleichzeitig noch einen sehr interessanten und guten Unterricht. Ich bin froh, dass ich mich mit den Mitgliedern meines internationalen Teams und mit meinem deutschen Team sehr gut verstanden habe. Wir hatten sehr viel Spaß und Freude und der „Bunker" war gar nicht so schlecht. Wenn ich könnte, würde ich in 2 Jahren wieder zum Qualifikationsturnier fahren, um ich für den FYC 2010 in Dänemark zu qualifizieren, aber leider bin ich dann schon zu alt.

Tanja Poensgen